Über uns

Vorreiter der optischen Messtechnik

Der Vorsitzende Geschäftsführer Steffen Hoffmann sitzt in seinem Büro mit gläserner Tür, das er nicht allein für sich hat. Doch er ist den ganzen Tag über schwer beschäftigt, ein kurzer Gruß durch die Scheibe, während er mit der anderen Hand den Telefonhörer hält. Sein „Co-Pilot“, der für Entwicklung zuständige Geschäftsführer Stefan Tegelhütter, hockt im Erdgeschoss, gleich neben dem Lager, in einem Büro, vollgestopft mit Computern, Festplatten und Platinen. Auch er hat kaum Zeit, ist mitten in seiner Gedankenwelt versunken, der Hardware ein weiteres Kapitel zum Wohle der Kunden hinzuzufügen.

Mit großer Ernsthaftigkeit und viel Einsatz gehen sie ihren Tätigkeiten nach, sie benötigen nicht Anzug und nicht Krawatte, um Autorität vorzugaukeln. Die beiden Chefs von Meyton Elektronik im niedersächsischen Melle repräsentieren das Unternehmen und seine Geschichte: jung, dynamisch und erfolgreich. Schon seit 28 Jahren ist der Schießstandhersteller offiziell auf dem Markt, Steffen Hoffmann und Stefan Tegelhütter führen das Unternehmen seit dem Ausstieg des langjährigen Vorgängers Udo Witte erst seit einem halben Jahr, in lockerer Umgangsform, aber das, wie gesagt, darf nicht täuschen: Es geht weiter steil nach oben.

Denn die moderne Firmenkultur in dem Gebäude im Industriegebiet Bruchmühlen zeigt eben an: Es geht nicht um die äußere Form, es geht um die Inhalte. Und die sind top: Meyton hat inzwischen bis auf drei alle Landesleistungssportzentren mit seinen vollelektronischen Schießanlagen ausgestattet. Nahezu alle Munitionshersteller setzen auf Meyton in ihren Testlabors, wenn die Schützen aus aller Welt auf den Bruchteil eines Millimeters die Genauigkeit, den Streukreis von Munitionslosen erproben. Für diese Businesskunden stellt Meyton als jüngste Innovation die Software BallMan vor, für die professionelle Auswertung von Waffen- und Munitionstests. Seit der Gründung der Bundesliga 1997 stellt Meyton fast alle Anlagen in den Hallen bundesweit. „In diesen 21 Jahren hat es noch nicht einen Messfehler gegeben“, bekommen die Niedersachsen von niemand Geringerem als DSB-Vizepräsident Sport Gerhard Furnier bescheinigt.

Der Schießautomat „Mecki“

Die Story mit der Badewanne

Dieser Stolz, diese Freude am Vorwärtskommen, dieser Enthusiasmus bei der Arbeit – diese Firmenkultur ist in dem einstöckigen Firmengebäude, in das das Unternehmen erst im Jahr 2000 einzog, hör- und greifbar. Die Mitarbeiter bekommen glänzende Augen, wenn sie von ihrer Firma erzählen, als wäre es ihr eigenes Baby. Ständig unterbrechen sie sich untereinander, weil doch jeder zu der gerade erzählten Geschichte noch seinen Teil hinzufügen möchte, weil er meint, die Story noch besser berichten zu können. Vor allem bei der Geschichte mit der Badewanne.

Ewald Etgeton hatte sich geärgert, sehr sogar. Er kam gerade vom Sportschießen zurück, war sich sicher, eine Zehn getroffen zu haben, doch sein Geschoss war beim trichterförmigen Schießautomat, dem „Mecki“, vom Rand dieses Trichters abgeprallt. Klappautomat „Mecki“ hatte statt der Zehn eine Zwei angezeigt. So ging es in die Wertung. Und jetzt saß Etgeton daheim in der Badewanne und kochte innerlich. Mit einem Mal riss er plötzlich die Arme in die Luft und rief: „Heureka“. Denn nach langem Grübeln war ihm die Lösung für das eben erlebte Problem eingefallen: Ein Schießrahmen mit Lichtschranke zur Messung der Geschosse. Der Urknall von Meyton, noch heute messbar an der Arbeitsatmosphäre und den Geräten.

Im Schuppen zur Firma

Es war Anfang der 1980er-Jahre, Helmut Schmidt regierte, in Bonn tobte der Kampf um den NATO-Doppelbeschluss, als Ewald Etgeton in Mettingen bei Ibbenbüren zu entwickeln begann. Den Ursprung bildete ein Holzrahmen, in den er Fahrradspeichen einbaute, um sich das Raster besser vorstellen zu können, dass später die Lichtstrahlen, heute per LED, entstehen lassen sollte. Irgendwann traf er sich mit Paul Meyer, Spezialist für Hardware an der Uni Bielefeld. Der Mann kannte sich mit Platinen bestens aus. Etgeton hatte einen Rahmen entwickelt, Meyer, da zeigte der Jahreskalender 1989 an, ein Steuergerät, das im Schützenverein in Mettingen, dem Heimatverein Etgetons, über dem Rahmen angebracht wurde. Es zeigte, und zwar von Anfang an nach Zehntelwertung, was der Schütze getroffen hatte. Der erste Messrahmen hatte eine Größe von 14 mal 14 Zentimetern, war also nur für Luftdruckschießen geeignet.

Die Nachricht von dieser ungewöhnlichen Messtechnik verbreitete sich erst langsam, doch dann ähnlich dem Schneeballsystem immer weiter und breiter. Viele Schützen kamen nach Mettingen, sie staunten, stellten Fragen, und die Quintessenz hieß häufig: „Ich möchte das auch bei uns haben.“ Etgeton und Meyer enwickelten erst auf dem Gelände des Vereins in einer Art Schuppen quasi ehrenamtlich weiter, bis die Menge der Anfragen ein Ausmaß annahm, die ihre Kapazität überstieg. 1991 gründeten sie ihre Firma „Meyton“, gebildet aus der ersten Silbe von „Meyer“ und der letzten aus „Etgeton“.

Stolz stellt Steffen Hoffmann auf der IWA 2014, damals noch in seiner Rolle als Cheftechniker, einen neuen Messrahmen vor.

Software für alle Formen

Expansion, aber auch ständige Verbesserung ihres Produkts hatte sich das Duo auf die Fahnen geschrieben, zu dem zwei Jahre später Udo Witte stieß. Er war mit Meyer bekannt, an der Uni Bielefeld für Software zuständig, der den gemessenen Geschossen quasi den richtigen Rahmen verpasste. Wettkampfprogramme für die verschiedenen Disziplinen, Serien über zehn oder fünf Schuss, individuelle Formen für das Training, fliegender Schützen-Standwechsel, traditionelle Preisschießen, Blattl-Wertung – Witte erweiterte die Nutzungsmöglichkeiten des Messrahmens erheblich. Und das übrigens alles auf DOS-Basis – die Älteren werden sich an diese Ursprungsform einer Software noch erinnern. Um zu wissen, was die Schützen brauchen und wie die Schießen funktionieren, ließ sich Witte, der Ende des letzten Jahres die Geschäftsführung abgab, sogar zum Kampfrichter ausbilden.

Und auch dieser Rahmen wurde immer besser. 1997 brachte Meyton den MF3R2 heraus. Was klingt wie ein Luxusauto, war ein Messrahmen von 26 x 26 Zentimetern, der sowohl für Kleinkaliber als auch für Luftdruck genutzt werden konnte. Später folgte der Rahmen im Maß 18 x 18 Zentimeter, bei dem die Technik aus dem äußeren Teil des Rahmens nach innen verbaut wurde. So ist dieser Rahmen noch immer für alle Disziplinen geeignet, aber doch deutlich schmaler, was in den häufig engen Schützenhäusern die Möglichkeiten erhöht.

Meyton misst seit 21 Jahren beim Bundesligafinale und sorgt damit für Emotionen, wie in diesem Jahr bei Luftgewehrsieger SSG Kevelaer.

Mit Farbe ins Blickfeld

Wer denkt, da hängt jetzt ein schierer, mit LEDs innen beleuchteter Metallrahmen an der Wand, ist auf dem Holzweg. „Der Messrahmen ist kein dummes Gerät“, betont Marketingleiter Murat Taskiner, und das gilt nicht nur für heutige Zeiten. „Der Rahmen ist ein Smart-Computer.“ Denn alle gemessenen Daten werden bereits im Rahmen erfasst und von dort an das Endgerät übermittelt. Die sind kompatibel zum Rahmen, können also die Daten leicht verarbeiten und dienen vor allem dem Zweck, sie auch anzuzeigen. Das galt für die frühen Steuergeräte ebenso wie für heutige Tablets, Laptops oder den „Esta Pro“, ein Meyton-Produkt, von außen ein reiner Bildschirm, innen mit entsprechender Software ausgestattet. „Und vor allem konnten wir das Ziel und die Treffer von Anfang an auf unseren Anzeigen in Farbe darstellen“, betont Claudia Schröder, die früh von ihrem Heimatverein Kloster Oesede zu dem anfangs kleinen Team stieß, das neben den Gründern aus Stefan Tegelhütter und Heike Stiegelmeier bestand – das Trio ist nach wie vor im Team und wird voraussichtlich sein gesamtes Berufsleben bei Meyton verbringen.

Von Beginn der Bundesliga 1997 an stellte das Unternehmen die Anlagen für die Begegnungen, Gewehr und Pistole, Nord und Süd. In der Halle in Melle lagern sie transportfertig. „Und bei uns konnte man eben von Anfang an sehen: Das ist eine Zehn, roter Punkt, eine Neun, gelber Punkt, oder eine Acht oder noch weniger, ein blauer Punkt“, beschreibt Murat Taskiner. Und trotz dieser Expansion, noch war das Unternehmen in Mettingen eine „Kellerfirma“, so die heute für den Vertrieb im Westen zuständige Claudia Schröder, und die muss es ja wissen, sie war schließlich dabei. „Da haben wir noch alles selbst gelötet.“ Inzwischen werden die Rahmen im Auftrag von Zulieferfirmen, aber unter den Vorgaben und der Aufsicht von Meyton hergestellt. Der letzte Schritt der Kontrolle ist der große Klimaschrank, in dem die Geräte auch unter extremen Temperaturbedingungen funktionieren müssen.

Auch beim Oktoberfest

Dieses heutige Firmengebäude bezog das Team 2000, Udo Witte ließ sich von seinem Unijob beurlauben und war fortan „fulltime“ als einer von drei Gesellschaftern für Meyton da. Die Bundesliga, dazu die enge Zusammenarbeit mit dem Nordwestdeutschen Schützenbund und dort vor allem mit Sportleiter Walter Meyer und dem damaligen Bezirkssportleiter Josef Krone – der dann über Jahrzehnte selbst ein „Meytoner“ wurde – ließ die Firma schnell wachsen. Die Landesleistungszentren in Pfreimd, als erstes, Dortmund, Hannover und Pforzheim, wo sogar die Vorderlader auf die elektronischen Stände schießen, stattete Meyton aus, und durch die internationalen Stars in der Bundesliga kamen auch immer mehr Interessenten aus dem Ausland. Die Expansion schritt voran, heute tragen 25 Festangestellte das bekannte schwarze Meyton-Poloshirt – auch im Arbeitsalltag. „Wir können fast alles darstellen und auf unseren Anlagen durchführen, sogar beim Oktoberfest-Landesschießen sind wir mit unseren über 80 Anlagen auf zwei Stockwerken und einer speziellen, auf die Veranstaltung zugeschnittenen Software vertreten, seit sieben Jahren“, veranschaulicht Stefan Tegelhütter.

Die Software ist auch die Grundlage für den Service. „Meist sind es Bedienfehler, weshalb die Kunden anrufen“, sagt Supportleiter Denis Rother, selbst ein Bundesliga-Pistolenschütze. Das können er und sein Team sehr schnell feststellen, denn über die Anwahl der IP-Adresse nehmen die Angestellten online „Kontakt“ zu den Messrahmen auf. Wie bei einer Fernreparatur für einen Computer übernehmen dann die Meller kurzfristig die Bedienung. Nur in wenigen Fällen muss wirklich ein Servicemitarbeiter zum Kunden fahren. Häufig ist es schlicht Schmutz auf einigen LEDs, der per Staubsauger oder Druckluftkompressor schnell und einfach zu entfernen ist. Wie bei einem modernen Auto leuchten frühzeitig die ersten Warnlampen auf, doch wenn der Bildschirm rot wird, geht nichts mehr. „Häufig schalten die Schützen dann aus und wieder an, aber sie übernehmen zu dem Zeitpunkt nicht die Wartung, und das ist dann das Problem.“ Aus Melle kommt dann die Hilfe per Ferndiagnose.

Alles unter Kontrolle

Ein Prinzip im Übrigen, das schon früh zum System Meyton gehört hat. In den Anfangsjahren, als es erst noch gar kein Internet gab und dann dieses Netz erst langsam entwickelt wurde, nahm das Team um Udo Witte per Modem und Akustikkoppler Kontakt auf. Denn schon früh galt, gerade mit damals noch entschieden geringerer Mitarbeiterzahl: Zu jedem Kunden konnte man nicht fahren. Das Prinzip ist geblieben, zumal einige dieser Kunden ihre Anlagen weit entfernt stehen haben, etwa in China.

Aufbau, Bedienung und Wartung ist über die modernen Steuerungsanlagen ESTA-Mobil, ESTA-Control und ESTA-Pro einfacher und komfortabler geworden. Was geblieben ist, sind die grundsätzlichen Zweifler, ob die Elektronik denn nun wirklich den richtigen Schusswert anzeigt. Zwar sind nicht mehr so massive Widerstände wie zu Beginn zu überwinden, da sich viele Schützen über die Jahre an die Elektronik gewöhnt haben und ihr jetzt Glauben schenken. Doch in der Bundesliga etwa gibt es noch immer hinter jedem Messrahmen eine Papierscheibe. Dort wird das Schussbild, das der Computer anzeigt, auf Pappe reproduziert. „Und wenn dann wirklich Zweifel aufkommen, was meistens bei einer Sechs oder schlechter geschieht“, erläutert Claudia Schröder, „drucken wir unser Schussbild am Computer aus und halten den Zettel dann auf die Pappscheibe.“ Das von 768 unabhängig voneinander geschalteten Lichtschranken erzeugte elektronische Trefferbild und die Pappscheibe im Vergleich lassen den Schützen dann in der Gewissheit zurück: Die Ringzahl stimmt, Ende der Diskussion, noch bevor sie begonnen hat.

Es ist deutlich sichtbar – auch 2003 in Gelsenkirchen sorgte Meyton beim Bundesligafinale schon für den besten Ergebnisüberblick für Zuschauer und Medien
Es ist deutlich sichtbar – auch 2003 in Gelsenkirchen sorgte Meyton beim Bundesligafinale schon für den besten Ergebnisüberblick für Zuschauer und Medien

Unser Öffnungszeiten

Abteilung Vertrieb:

08:30 – 13:00 & 14:00 – 17:00

Abteilung Support:

08:30 – 13:00 & 14:00 – 17:00

Abteilung Buchhaltung, Einkauf, Logistik und Lager:

08:00 – 13:00 & 14:00 – 16:30

Abteilung Reparatur:

11:00 – 13:30 & 14:30 – 17:00

Unser Team

Steffen Hoffmann Geschäftsführer

Stefan Tegelhütter Geschäftsführer und Hardwareentwicklung

Murat Taskiner Erweiterte Geschäftsleitung & Marketing- und Vertriebsleitung

Daniela Düvel-Egbert Erweiterte Geschäftsleitung & Betriebs- und Fertigungsleitung

Claudia Schröder Vertriebsinnendienst Nord, Ost & Nordwest

Ingo Schnepel Außendienstmitarbeiter HB, HH, SH, NI, MV & NRW

Jens Lührmann Außendienstmitarbeiter NI & NRW

Ulrich Pohl Außendienstmitarbeiter MV, BB, SN, ST & TH

Sascha Böttcher Vertriebsinnendienst Süd & Südwest

Ralph Wietfeldt Außendienstmitarbeiter RP, BW, SL, HE & BY

Marcel Dinger Außendienstmitarbeiter BW & BY

Thomas Roßgoderer Außendienstmitarbeiter BY

Stefan Meier Technische Dokumentation & Marketingassistenz

Mario de Jesus Pereira Support

Jürgen Mischke Support & Softwareentwicklung

Roman Geile Softwareentwicklung

Thomas Spanger Softwareentwicklung

Heike Stiegelmeyer Buchhaltung

Mark Heller Einkauf

Viktor Esau Reparaturen

Dennis Linsky Warenlager